Dienstag, Oktober 19, 2021

Optionshandel

Zunächst einmal ein paar grundsätzliche Konzepte:

Optionen sind nicht das gleiche wie Optionsscheine

Optionen (eng. „Options“) werden von den Börsenplätzen ausgegeben und sind komplett frei handelbar. Das bedeutet dass jeder keine Option kaufen und auch wieder verkaufen kann. Optionsscheine im Gegenzug werden von Banken angeboten und sind nicht frei handelbar. Ein Optionsschein ist weniger flüssig, man kann ihn nicht unbedingt wieder verkaufen oder zurückgeben. Bei Optionen hat man diese Möglichkeit eigentlich immer.

Es gibt zwei Arten von Optionen: Europäische und Amerikanische. Der Unterschied ist dass europäische Optionen erst am Auslaufdatum ausgeführt werden können während amerikanische Optionen jederzeit ausgeführt werden können. Das macht US Optionen eine deutlich flexiblere Variante und ist meine persönliche bevorzugte Art zu handeln.

Welche Art von Optionen gibt es?

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Optionen:

  1. Call Optionen
  2. Put Optionen

Eine Option ist immer ein Recht 100 Aktien zu kaufen oder verkaufen. Call Optionen (kann man sich merken mit „bc“ => „buy = call“) bedeuten dass man das Recht hat 100 Aktien für einen Preis bis zu einem gewissen Datum zu kaufen.

Den Call Optionen gegenüber stehen die Put Optionen. Eine Put Option (merke „ps“ => „put = sale“) bedeutet man hat das Recht 100 Aktien für einen Strikepreis zu verkaufen.

Optionen können 3 Aktionen erfahren: Kauf/Verkauf, Ausführen und Auslaufen. Beim Auslaufen ist die Option wertlos da sie verfällt ohne einen Gegenwert zu erzeugen. Beim Kauf/Verkauf und beim Ausführen wird der Wert der Option umgewandelt, in entweder die dahinter liegenden Aktien oder in den Wert des Verkaufpreises/Kaufpreises.

Sowohl Put als auch Call Optionen kann man kaufen und verkaufen. Verkauft meine eine Option die man nicht besitzt. Also wenn ich einen Call verkaufen möchte, vorher aber keinen Call gekauft habe um diesen Kauf auszugleichen, so muss mein Call gedeckt sein. Denn sollte jemand meinen Call ausführen wollen, sprich ich muss meine Aktien hergeben, muss ich diese Aktien ja auch haben um sie abgeben zu können. Habe ich diese Aktien und habe einen Call verkauft (man sagt auch „Call geschrieben“) dann nennt sich das „covered call“ da der call von meinen Aktien gedeckt ist. Gewöhnlich stellen Broker dann auch sicher dass ich meine Aktien, die ja zur Sicherheit des Calls genutzt werden, nicht verkaufen kann solange ich den Call verkauft habe. Investoren mit viel Kapital (also vorallem Institutionelle) können auch sogenannte „Naked Calls“ verkaufen. Diese sind Calls die nicht von Aktien gedeckt sind, sie sind jedoch recht gefährlich. Denn, ähnlich wie beim Shorten, muss ich wenn so ein Call ausgeführt wird die Aktien ja aufbringen können – zu jedem Preis – um meinen Call zu bedienen.

Puts lassen sich natürlich auch kaufen und verkaufen. Kaufe ich einen Put sichere ich mir das Recht Aktien zu einem Strikepreis zu verkaufen. Verkaufe ich einen Put ohne vorher einen Put gekauft zu haben wird mein Broker auch hier eine Sicherheitsleistung fordern, denn sollte der andere den Put ausführen muss ich die dahinterstehenden Aktien zum Strikepreis kaufen.

Ein paar Beispiele:

Beispiel Call-Option

Beispielsweise eine Call Option für AAPL (Apple) könnte so aussehen:

  • Call Option
  • Strike Preis: $130
  • Gültig bis: 17.12.2021
  • Preis der Option: $10.08 (pro Aktie)
  • Gesamtpreis der Option $1008 (10.08 * 100 Aktien)

Sollte jemand diese Option kaufen bedeutet das: Die Person darf (aber muss nicht) 100 Aktien von Apple kaufen zu einem Preis von $130 pro Aktie. Für dieses Recht bezahlt diese Person $1,008 jetzt. Der Gesamtpreis der gekaufen Aktien wäre also: $1,008 + 100*130 = $14,008. Das macht einen durchschnittspreis für die einzelne Aktie von $140.80. Das bedeutet unterm Strich dass der Kurs von Apple über 140.80 liegen muss damit meine Option mir einen Mehrwert bietet. Ansonsten könnte ich ja die Apple Aktien ohne Option kaufen und bekomme einen günstigeren Einkaufspreis.

Sollte die Aktie von Apple jetzt in den nächsten Monaten auf beispielsweise $180 ansteigen wird meine Option auf einmal sehr wertvoll. Ich kann nun 100 Aktien nach wie vor für meine $14,008 kaufen. Jemand der keine Option hat würde aber $18,000 bezahlen, also knappe $4,000 mehr als ich. Und genau da werden Call Optionen sehr wertvoll.

Wie kann man eine Call Option nun am besten nutzen?

Wie man im Beispiel oben sieht ist eine Call Option eine Möglichkeit sich einen Preis zu reservieren. Ich selbst nutze dies sehr häufig in dieser Art da ich eine Aktie vielleicht interessant finde aber gerade nicht genug Geld hab um diese vollumfänglich zu kaufen.

Eine andere Art wäre es eine Call Option anstelle von 100 Aktien zu nutzen. Da die Option den Wert der Aktien widerspiegelt (sofern der aktuelle Aktienpreis höher ist als der Strikepreis) kann ich mit einem Call die selbe Rendite erzielen als mit 100 Aktien. Geht die Aktie 10 USD hoch wird mein Call auch 10 USD pro Aktie (also pro Call 100) wertvoller und dementsprechend teurer.

Beispiel Put-Option

Eine Put-Option für AAPL könnte wie folgt aussehen:

  • Put Option
  • Strike Preis: $130
  • Gültig bis 1712.2021
  • Preis der Option: $9.70 (pro Aktie)
  • Gesamtpreis der Option: $970 ($9.70 * 100 Aktien)

Wenn wir so eine Option gekauft haben können wir unsere Apple Aktien (und zwar genau 100 Stück) zu je $130 verkaufen. Sollte der Kurs von Apple also auf $110 abfallen würden wir trotzdem zu $130 verkaufen können. Im Gegensatz zu Calls steigt hier der Wert mit sinkendem Wert der Aktie und andersherum. Put-Optionen werden auch „Versicherung“ genannt weil so auch bei einem totalen Kursabsturz meine Aktien verkauft werden können.

Wie kann man eine Put Option nun am besten nutzen?

Die klassische Form wäre die der Versicherung. Ich kaufe einen Put damit wenn der Kurs fällt ich trotzdem meinen Gewinn realisieren kann. Natürlich ist dies nur der Fall wenn der Kurs der Aktie auch tatsächlich sinkt.

Ähnlich wie bei Calls kann man Puts jedoch auch als eine Möglichkeit nutzen mit 100 Aktien zu handeln ohne diese selbst zu besitzen. Wenn ich meine oben beschrieben Apple Put Option habe und der Kurs fällt um $10 dann habe ich $1000 ($10 * 100) Gewinn mit meinem Put.

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Ralph Küpperhttps://www.aktieneinfach.de
Meine Aktien: APPN, TWLO, CRWD, T, VZ, WEX, IDXX, CGNX, MTCH, SHOP, MRNA, ASML, NFLX, NVDA, TSLA, SIVB, MSFT, BIGC, CVAC, HUBS, ESRT, INN, NVAX, JD, AMZN, APPL, WMT, FVRR, NIO, TWTR, ZNGA, SPCE, U, ASAN, PLTR, FROG, PINS, BAND, SQ, V, AMT, SWKS, O, RGEN, ADSK, SBR, KL, CHWY, CWBHF, XIAOMI, FUBO, LMND, FSLY, PG, TGT, LOW Meine Strategie: Kaufen und halten (3-5 Jahre)

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